Mittwoch, 21. Mai 2008

Die Lösung: Ergreife JETZT, was Du EWIG bist


Die Rätsel der Zeit, die Sorgen, Schmerzen und Wunden, alles das, lässt sich nur lösen und heilen, wenn Du einerseits als Kind in der Zeit handelst und andereseits als Kind der Ewigkeit ruhst.










"Leben Dein endliches Selbst, doch ruhe dabei in der Unedlichkeit" nennt Ken Wilber das.

Rudolf Steiner verfeinert diesen Gedanken, indem er in den unten folgenden, ersten beiden Zeilen die duale Welt schildert: "Rätsel an Rätsel stellt sich im Raum, Rätsel an Rätsel läuft in der Zeit."

In der dritten Zeile zeigt er, dass es auch darum geht Lösungen für diese Duale Welt zu finden:
"Lösung bringt der Geist nur,"

In der vierten Zeile zeigt er, dass der GEIST sich selbst ergreifen kann um Lösungen zu erschaffen (das ist dann schon im philosophisch paradoxen, metaphysischen Raum): "Der sich ergreift"

In den beiden letzten Zeilen wird klar wo der Geist sich selber ergreifen kann: Nämlich nicht in der Zeit, sondern in der Non-Dualen Ewigkeit, die Zeit und Zeitlosigkeit, Ego und ewiges Ich, Alles und Nichts umfasst und im Bewusstsein hält.: "Jenseits von Raumesgrenzen und Jenseits vom Zeitenlauf."

Von dort kommend, als das EINE kommend, wird der Geist die vielen Zeitfragen des VIELEN lösen und erlösen.

Der Ort, wo der Geist dies in seiner höchsten Form und in der Zeit erreichen kann, ist der Mensch.

Anthroposophie ist die Kunst, aus der Ewigkeit heraus, die Vergänglichkeit zu verstehen und zu verschönern. Weisheit und Barmherzigkeit in einer sich steigernden Bewegung. Anthroposophie bietet Techniken und Erfahrungen an, wie man dies im täglichen Leben erreichen kann.

Dieser Blog ist nicht der Ort, wo ich diese Techniken anbiete und lehre - das tue ich an andere Orten.

Dieser Blog will genau das sein, was jeder aus ihm nimmt. Für mich ist er ein Ort für Gottes Freude.
Dafür ist er ein Angebot - für manche ein Geschenk, für manche eine Nervensäge.


Der GEIST ist Dual und Non-Dual.
Rätsel an Rätsel stellt sich im Raum,
Rätsel an Rätsel läuft in der Zeit;
Lösung bringt der Geist nur,
Der sich ergreift
Jenseits von Raumesgrenzen und
Jenseits vom Zeitenlauf.

Montag, 19. Mai 2008

Sakrament der Begegnung


Meine innersten Erfahrungen und das, was ich unbedingt zeigen will, wofür ich meine Kraft schenke und sie gleichzeitig auf wundersame Weise wiedererlange -
dieses Innerste von Sebastian Gronbach hat in Wirklichkeit nichts, absolut nichts mit Sebastian Gronbach zu tun.
Würde ich das auch nur eine Minute denken, ich würde den Laden hier sofort schließen.

Neulich traf ich eine Frau – eine Reiki-Meisterin. Sie fragte mich, ob ich ein Medium sei.
Ich war völlig verwirrt und dachte, dass ich natürlich kein Medium sei, denn ich bin ja Anthroposoph und weiss sehr genau, dass es um Bewusstsein geht. Es geht doch darum, die Dinge Individuell zu durchdringen, zu verstehen und zu begreifen und ausserdem ist ein Medium nicht post-modern und tritt in bescheuerten Talk-Shows bei SAT1 auf...ich wollte empört verneinen.


Ich sah ich in ihre Augen und da sah ich nicht sie, sondern ich sah Gott und da wusste ich zutiefst, wie sie ihre Frage meinte und ich sagte „Ja“.


Sie meinte mit der Frage nicht, ob ich jemand sei der mit der quäkenden Stimmer von der verstorbenen Omma Lissbeth spricht – sie fragte mich, ob mir die einzige Wahrheit bekannt sei die es gibt: Durch uns kann Gott sprechen.


Durch jeden, aber auch wirklich jeden Menschen kann Gott sprechen (wenn unser Ego mal schweigen würde) und immer der ein und der selbe Gott. Nenn ihn Gott, Jehova, Stille, Brian, Geist, Nirvana, Sonne oder Allah. Jedes wirkliche Gespräch ist ein Selbstgespräch Gottes.


Jede Begegnung zwischen zwei Menschen ist dann ein "Sakrament der Begegnung" wie Rudolf Steiner es nennt: Wenn ich diese GOTT-EINS Wirklichkeit absolut erfahre, "dann wird die Begegnung jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse Handlung, ein Sakrament sein" (Steiner).


Unsere edelste Mission ist es, uns so frei von dem zu machen, was wir für unsere Individualität halten, dass die einzig wirkliche INDIVIDUALITÄT in uns und durch uns spricht.



Frei machen reicht aber nicht. Kompetenz auf allen Ebenen gehört dazu. Denn Gott hat keine Lust nur durch Schwachmaaten und Dumpfbacken zu sprechen. Er will durch die jeweils besten möglichen Menschen sprechen.


Er will in und durch unserer, wie Rudolf Steiner sagt, „Ich-Organisation“ kapieren, wie er selber tickt. Und dann will er noch Dinge tun, erleben und herausfinden und sich immer weiter entwickeln...


Evolution, das ist Gottes unersättlicher Drang nach höher, wahrer, schneller, schöner, besser, weiter....

Gott ist der größte Abenteurer und er hat uns geschaffen, weil so ein Gott, also ein „NICHTS, was ALLES ist“, eben ETWAS werden muss, um diese ganzen Abenteuer zu erleben.

So ist ER/ES/WIR/SIE eben: Nachdem ihm Sonne, Pflanze und Tier zu langweilig wurden, Mensch geworden. Und zwar, Ohren und Augen auf: In JEDEM Mensch ist er geworden. Jeder Mensch ist anders – weil Gott unersättlich ist und keinen möglichen Aspekt auslassen will. Aber Gott im Mensch ist immer Gott. Und zwar immer der SELBE GOTT!


Ergo: Wir sind sein Medium – aber nicht so ein langweiliges Einbahnstraßen-Medium, oh nein, Gott ist eben Gott: Wir sind ein interaktives Medium und das ist dann irgedwie auch kein Medium mehr.


Gott kommt nicht nur aus uns raus.

Exakt in dem Moment, wenn wir allumfassend erkennen, dass wir absolut nichts sind - keine Individualität, sondern reine Illusion, reines Ego - in diesem Moment kann Gott in unserer Leere eine Ich-Flamme anzünden, welche eine interaktive Eigenschaft hat: Sie kann auf Gott überspringen und sich als die eine Flamme selbst erkennen und erwärmen und erleuchten.


Das ist der Moment der Erleuchtung. Wenn das ist, dann werde ich ICH.


Jetzt endlich geht Gott nicht nur in uns und durch uns, sondern wir gehen auch in Gott rein und durch ihn durch. Endlich kann er immer mehr lernen und erfahren, schmecken und erleben.


Gott geht in uns - wir gehen in Gott. Das geht immer...immer hin...und her...und hin...und her...so irre schnell und beweglich, dass wir eigentlich keinen Unterschied mehr erkennen können:


In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott...... In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott – In mir ist Gott – ich bin in Gott......


Wenn Gott in uns und wir in Gott sind und immer wieder neu sind, wenn wir uns dermaßen schnell bewegen, dann ist das wie eine gesamtumfassende Kernfusion und es entsteht ein kosmisch-irdisches GEIST-MENSCH Feuerwerk von gigantischen, unvorstellbaren Ausmaß.


Das konnte ich hinter den Augen der Reiki-Meisterin sehen und gleichzeitig waren ihre Augen Spiegel der Seele – aber eben meiner Seele.


So sah ich dort auch das Feuerwerk, welches in mir ist: NAMASTE.
Man braucht keine Reiki-Meisterin und keinen Gronbach um das zu sehen - man muss sich einfach in die Augen schauen und auf das sehen, was hinter allen Ängsten, Überlegenheitsgefühlen und sonstigen komischen Dingen leuchtet - da leuchtet immer Gott. In jedem Augenblick. In jedem Wesen.
Gott zu finden, bedeutet nicht Gott zu finden, sondern zu begreifen, dass Gott immer, immer ist:
Ich-Bin-Das-Ich-Bin. Und dieses ICH ist nicht von Mensch zu Mensch ein anderes ICH es ist einfach immer dieses selbe und eine ICH. Von Urbeginn zu Urbeginn.
Und wir sehen uns als das EINE in den VIELEN.


Die folgenden Wahrspruchworte von Rudolf Steiner, das hat Jelle van der Meulen gut gesehen, ist darum ein wundervoller Ausdruck dessen, was in Sebastian ist und nichts mit Sebastian zu tun hat.


Ich möchte jeden Menschen
Aus Kosmos´Geist entzünden,
Dass er Flamme werde
Und feurig seines Wesens
Wesen entfalte. –
Die anderen, sie möchten
Aus des Kosmos´ Wasser nehmen,
Was die Flamme verlöscht
Und wäss´rig alles Wesen
Im Inneren lähmt. –
O Freude, wenn die Menschenflamme
Lodert auch da, wo sie ruht! –
O Bitternis, wenn das Menschending
Gebunden wird da, wo es regsam sein möchte.


Vielleicht haben Sie Lust auch über diesen Aspekte Gottes mit Michael Habecker und mir zu sprechen?


FreiTalk im Dialog: GEIST bewegt. Alles.
Ken Wilber und das Abenteuer intergaler Spiritualität

Michael Habecker: Buchautor und Ken Wilber Experte im Gespräch mit Sebastian Gronbach. Über das 1-2-3 Gottes, Schattenarbeit, die vier Teile der Welt und warum Rudolf Steiner sich darüber freuen würde.

Am Dienstag, 20. Mai 2008 in Köln, Buchhandlung Stein, Berrenrather Straße 203, 20 Uhr, Eintritt 7 Euro

Sonntag, 18. Mai 2008

Mission der Mitte

Michael Habecker ist der deutsche Ken Wilber Experte. Wenn Ken Wilber und Rudolf Steiner sich begegnen, dann grüßen sie sich im Geiste des ewig, evolutionären Gleichgewichtes. Wenn Michael Habecker spricht, dann ist es als würden alle sichtbaren und unsichtbaren Elemente des Raumes in ein Gleichgewicht kommen – in ein spannungsgeladenes Gleichgewicht. Es ist mir eine wirkliche Freude, Michael Habecker am kommenden Dienstag in Köln zu einem öffentlichen Dialog begrüßen zu dürfen. Wir treffen uns dort im Geiste Ken Wilbers und Rudolf Steiners.

Als innere und mythologische Symbolfigur der Anthroposophie wird oft der Erzengel Michael dargestellt. Neben der Tatsache, dass dieser als Drachenkämpfer auftritt, verkörpert er, indem er eine Waage in der Hand hält, noch etwas: Das Gleichgewicht.

Gleichgewicht, das klingt immer ein wenig langweilig – schauen wir mal genauer hin und sehen nach, was Michael Habecker so macht.

Michael Habecker gelingt es immer wieder, Ordnung, Gliederung und Systematik in die verschiedensten Gedanken, Ereignisse und Gefühle zu bringen – er kann sogar Erleuchtung einordnen: „Erleuchtung ist nicht Erleuchtung“.

Michael Habecker steht neben Ken Wilber und jeder ist für sich ein Meister des Gleichgewichts. Habecker, als Schüler von Wilber und Lehrer für Wilbers Kosmos erreicht das Gleichgewicht nicht dadurch, dass zu verschiedenen Urteile, Erfahrungen und Erkenntnisse eine bestimmte, ausgleichende und relativierende Meinung hat – nein, wenn Michael Habecker spricht, dann sieht man vor seinem inneren Auge, wie alles was ist, so angeordnet und verortet wird, dass ein labiles Gleichgewicht entsteht. Ist das alles? Nur Gleichgewicht?

Gleichgewicht ist nicht nur der Zustand der größten Ruhe – es ist ebenso der Zustand der größten Spannung. Wer die Waage hält, hält nicht nur alles, sondern leistet darüber hinaus einen originären und einzigartigen Entwicklungsbeitrag - denn Gleichgewicht kann man nie final erreichen. Gleichgewicht ist ein permanentes Erschaffen. Gleichgewicht muss man herstellen.

Die Balance wird nur durch die Stärksten gehalten – die Mitte erfordert nicht den windelweichen Kompromiss.


Die Mitte verlangt größte Weite und größte Tiefe – sonst stürzt alles zusammen.

Darüber hinaus ist die Mitte der Motor der Evolution.


Die Mitte ist eine Missionen.

Auf die Mission der Mitte richtete Rudolf Steiner immer wieder seinen Fokus und freut sich nicht nur darum über den Dialog mit Ken Wilber.

So entwarf Steiner, gemeinsam mit Edith Maryon den so genannten Menschheitsrepräsentant – eine mehr als 8 Meter hohe Figurengruppe. Dieses Werk ist ein bedeutsames „teaching model“ und verdeutlicht die oben beschriebene „Mission der Mitte“.

Mit bekannten mythologischen Elementen veranschaulicht er hier, dass der Mensch etwas ist, was sich gerade deswegen entwickelt, WEIL es die Mitte sucht.

Der Drang nach Mitte ist Motor für Evolution.

Zur Zeit wird ein 2 Meter großes Modell des Menschheitsrepräsentanten im Centre Pompidou in Paris gezeigt.

Mit anderen Werken Steiners (Wandtafelzeichnung, Gipsabguss vom Zweiten Goetheanum) und Exponaten u.a. von Marcel Duchamp, Caspar David Friedrich, Paul Gauguin, Alexej von Jawlensky, Piet Mondriaan, Edvard Munch, und Gerhard Richter repräsentiert er für die Austeilungsmacher den Titel der Ausstellung: „traces du sacré - spuren des geistes"

So sind Ken Wilber und der deutsche Wilber Experte Michael Habecker nicht nur Meister des Gleichgewichts, sind im wirklichen und gesündesten Sinne auch Schrittmacher.

Diesen geheimnisvollen Zusammenhang zwischen Balance und Wachstum hat Rudolf Steiner als sog. „Monatstugend“ zu einem meditativen Satz geformt, den ich als sein Schüler Steiners im Monat Mai meditier:

Inneres Gleichgewicht wird zu Fortschritt.


Erleben Sie Michael Habecker im Gespräch:
FreiTalk im Dialog: GEIST bewegt. Alles. Ken Wilber und das Abenteuer intergaler Spiritualität
Michael Habecker: Buchautor und Ken Wilber Experte im Gespräch mit Sebastian Gronbach. Über das 1-2-3 Gottes, Schattenarbeit, die vier Teile der Welt und warum Rudolf Steiner sich darüber freuen würde.

Am Dienstag (!), 20. Mai 2008 in Köln, Buchhandlung Stein, Berrenrather Straße 203, 20 Uhr, Eintritt 7 Euro

Mittwoch, 14. Mai 2008

Flüchtling – oder freier Mensch?

Ich freue mich immer, wenn mir bekannte und oft kaum noch lebendige Sätze, wieder eine zeitgemäßen Klang bekommen. „Was ist herrlicher als Gold? Das Licht. Was ist erquicklicher als Licht? Das Gespräch.“ Dieser Satz Goethes ist – gerade im Kontext von Anthroposophie – bekannt und populär.

Doch oft genug, dreht sich ein Gespräch euch nur im engen Kreis des persönlichen – dann wird mir langweilig. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen das Persönliche im Gespräch und die furztrocknen pseudo-unpersönlichen Gesprächen, in denen es scheinbar nur um die Sache geht – sind völlig unerquicklich und noch langweiliger.


Die Frage ist nicht, ob man persönlich oder unpersönlich spricht. Es geht nicht um pro-persönlich oder anti-persönlich. Es geht um trans-persönlich.

Beim Transzendieren, greift man über das Gegebene hinaus und bringt etwas Neuartiges hervor.

Im trans-persönlichen Gespräch sind die persönlichen Anteile auf größt mögliche Weise integriert und treten nur in sofern in den Vordergrund, als sie dem Überpersönlichen dienen.

Dies setzt intensive Schattenarbeit voraus – ohne radikalste Schattenarbeit, ist der Bereich des Überpersönliche nur ein Ort, in den man sich, voller Angst vor den persönlichen Schatten, flüchtet.

Im spirituellen, aber vor allem auch im anthroposophischen Umfeld, habe ich immer wieder diese Flucht vor dem Persönlichen erlebt.

Die Flüchtlinge schauen weder ihrer Geilheit ins Gesicht, noch ihrem Stolz. Nicht ihrem Zorn, noch ihrer Eifersucht. Nicht ihrer Gier, noch ihrer Angst. Aber auch nicht die leuchtenden Seiten und auch nicht die individuell erkämpfte Seelenstärke – die selbst geschärften Waffen der Lichtkrieger.

Sie reden nicht über persönliches, weil sie nicht darüber reden können.
Wer Angst vor seinem Ego hat, der will in das Reich Jenseits des Egos fliehen - aber wie soll ein Flüchtling, getrieben von Angst, jemals das Ego verlassen können?

Wie anders sind da Menschen, denen man anmerkt, dass sie über alles, über wirklich alles persönliche, mit entwaffnender Offenheit sprechen könnten.

Ihr Motiv über das Persönliche zu schweigen ist nicht Angst, sondern Langeweile.

Oder wie Steiner sagt: „Geht man ganz ehrlich mit sich zu Rate, so wird man zuletzt doch finden, dass eigentlich das Alleruninteressanteste von der ganzen Welt dasjenige ist, was man selber über sich im Kreise des engsten Ich denken und empfinden kann.“

Wer wirklich Schattenarbeit leistet, der betritt das Obergeschoss des Überpersönlichen als freier und immer freier werdender Mensch – nicht als Flüchtling.

Aber auch umgekehrt kann die Flucht sein: Manche flüchten sich in das Persönliche, die eigenen Freuden und Leiden, den kleinen Kreis des Egos, weil sie Angst vor den großen, ehrfurchtgebietenden Hallen des Überpersönlichen haben.

Dort ruft nämlich jedes persönliche Wort, ein tönendes, überpersönliches Echo zurück. Dort werden Fragen gestellt, denen man nicht ausweichen kann, weil sie mit der inneren Stimme sprechen:

"Was machst Du aus Deinem Leben? Wem dienst Du? Wie dankst Du Deinen Lehrern? Hast Du Lehrer? Wie würdigtest Du Deine Schüler? Hast Du Schüler? Bist Du würdig? Bist Du dankbar? Wie nimmst Du Deine Verantwortung wahr? Bist Du integer? Verzeihst Du? Bist Du würdig?
Bist Du edel? Bist Du zutiefst menschlich – ohne dabei Deine Integrität zu opfern?“

Wer die Hosen vor solchen Fragen voll hat – der flüchtet sich ins Persönliche.

In einem Gespräch, welches diesen Namen verdient, dient das Persönliche dem Überpersönlichen und das Überpersönliche will durch das Persönliche manifestiert werden.

Nicht nur beim FreiTalk mit dem Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft Hartwig Schiller , will ich mich auf diese Maxime stützen.


Auch bei der „Wöchentlichen Telefonkonferenz“ von „EnlightenNext“, deren Einladung als Gastsprecher (Donnerstag, 15. Mai 2008, 20.00 - 21.00 Uhr), ich mit großem Glücksgefühl und Dankbarkeit angenommen habe, will ich alles daran setzen, nach diesen Vorgaben zu kommunizieren.

Ich freue mich auf ein Gespräch mit Dr. Tom Steininger dem Chefredakteur der Zeitschrift What ist Enlightenment.

Über diese „Wöchentlichen Telefonkonferenz“ schreiben die Kollegen:

"Eine wichtige Praxis spiritueller Entwicklung im Kontext von Evolutionary Enlightenment ist der intersubjektive Dialog. Wenn Menschen zusammenkommen, entsteht zwischen ihnen ein Bewusstseinsfeld.

Dieses Feld ist nicht lokal gebunden und deshalb können wir mithilfe der modernen Technik mit einer neuen Art von Kommunikation experimentieren. Erfahren und vertiefen Sie mit uns ein neues Bewusstseinsfeld, in dem wir evolutionäre Spiritualität gemeinsam verstehen und verwirklichen."

In der Newsletter-Einladung heisst es freundlich weiter:

"Wir freuen uns sehr, diese Woche auf unserer Telefonkonferenz einen Gast und spirituellen Freund zu begrüßen.

Mit Sebastian Gronbach, Redakteur der Zeitschrift "info3 - Anthroposophie im Dialog", verbindet uns ein gemeinsames Interesse an dieser neuen zwischenmenschlichen Kultur, von der wir hier auf unseren Telefonaten so oft sprechen.

Wir waren anfänglich ja erstaunt, wie vieles, das wir bei EnlightenNext unter dem "höheren Wir" zusammenfassen, von Mitstreitern wie Sebastian Gronbach ähnlich gesehen und empfunden wird.

Manche kennen Sebastians Beobachtungen und Einblicke von seinem neo-anthroposophischen Weblog AnthroNRW, wo er sich mit feiner Klinge schon in manche Dharma-Schlacht geworfen hat. Lesenswert!

Wir freuen uns jedenfalls sehr, im Dialog mit Sebastian weiter unserer Frage nachzugehen – was entsteht, wenn Menschen sich in einem gemeinsamen Interesse an einem höheren Bewusstsein wirklich begegnen.

Wir hoffen auf eure rege Teilnahme an diesem Gespräch -

mit herzlichen Grüssen,
Tom Steininger und Katrin Karneth"

Thema des Telefonats, welches Teil des Universe Projects ist, wird das "Das Höhere Wir" sein.

(Naja und wenn man über etwas GEMEINSAM sprechen muss, dann ja wohl über das WIR, oder?

Alle Informationen und wie sie an diesem Telefon-Gespräch teilnehmen können, erfahren Sie hier.

Auf eine sommerliche Erquickung!
Denn „was ist herrlicher als Gold? Das Licht. Was ist erquicklicher als Licht? Das Gespräch.“

Samstag, 10. Mai 2008

Come together, right now, over me.

Was entseht, wenn
John Lennon,
Paul McCartney,
George Harrison und
Ringo Starr
zusammenkommen?


Paulmccartneygeorgeharrisonringostarr? Ne, nä?




Ist klar was entsteht: „The Beatles“

„The Beatles“ sind viel, viel mehr, als die Summe ihrer Sänger.

„The Beatles“ sind ein WIR.


Wenn ich ein Fan von „The Beatles“ bin, bedeutet das dann, dass ich John Lennon oder Paul McCartney weniger schätze? Auch nicht, oder? Eher im Gegenteil – ich würdige sie gerade darin, dass sie nicht alleine glänzen wollen, sondern ihr bestes GEBEN, damit etwas entsteht, was über jeden einzelnen von ihnen hinaus geht.

Ein WIR aus Individualisten.

Ein WIR, welches niemals in Einzelnen zur Erscheinung kommt, sondern immer nur in einer Gemeinschaft aus einzelnen starken Persönlichkeiten, die bereit sind ihr Ego zu opfern. Zugunsten von etwas, was tiefer, höher, weiter und kraftvoller wird.

Pfingsten ist das Fest der freien Individualitäten, die sich im WIR triffen.

An Pfingsten entzündet das EINE die EINZELNEN, die im WIR ihr BESTES geben.


"Frei werden kann der Mensch nur, wenn er sich im Geiste wiederfindet und aus dem Geiste heraus Herr wird über das, was in ihm ist.

Frei werden setzt voraus: sich als Geist finden in sich selber.

Der wahre Geist, in dem wir uns finden können, ist der allgemeine Menschengeist, den wir als die in uns pfingstlich einziehende Kraft des heiligen Geistes erkennen, den wir in uns selber gebären müssen, zur Erscheinung kommen lassen müssen.

So verwandelt sich für uns das Pfingstsymbol in unser gewaltiges Ideal der freien Entwickelung der Menschenseele zu einer in sich geschlossenen freien Individualität.

Wir fühlen den Friedens-, den Liebes-, den Harmoniegedanken, der in dem Pfingstgedanken liegt. Wir fühlen, dass er eine Garantie ist für unsere Hoffnung auf Freiheit und Ewigkeit.“
Rudolf Steiner


Das Ich-Ich-Bin-das-Ich-Bin ist bei Euch alle Tage bis an das Ende der Evolution.


Pfingstgedanken 2007, Teil 1
Pfingstgedanken 2007, Teil 2


Come together, right now, over me. ("The Beatles" bei youtube)

Here comes old flat top,
He come grooving up slowly,
He got Joo Joo eye-ball,
He one holy roller,
He got hair down to his knee.
Got to be a joker,
He just do what he please.

He wear no shoeshine,
He got toe jam football,
He got monkey finger,
He shoot Coca-Cola,
He say "I know you, you know me",
One thing I can tell you
Is you got to be free.

Come together, right now, over me.

He bag production,
He got walrus gumboot,
He got O-no side board,
He one spinal cracker,
He got feet down below his knee.
Hold you in his armchair,
You can feel his disease.

Come together, right now, over me.

He roller coaster,
He got early warning,
He got Muddy Water,
He one Mojo filter,
He say one and one and one is three.
Got to be good looking,
'Cause he so hard to see.

Come together, right now, over me.


Wenn mich jemand sucht - ich bin hier.

Donnerstag, 8. Mai 2008

Glückwunsch und Shalom Israel


So richtig hatte ich Israel nie verstanden. Trotz humanistischer Bildung, trotz Reisen ins Heilige Land, stand ich immer wieder fassungslos vor der letzten Tür, hinter der Israel mit allen seinen Widersprüchen lebte. All mein Wissen reichte nicht aus, um einen Zutritt zu Israels Herz zu bekommen. Dann versuchte ich es mit der Nationalhymne.
Ich hörte sie, ließ sie in mir klingen und die Tür ging auf. Israel war in mir angekommen. Den letzten Takten in dieser Hymne, dem Crescendo, war gelungen, was alle Bücher, Gespräche und Reisen nicht erreicht hatten. In diesem Finale fühlte und erlebte ich, wie die Melodie die gesamte Erfahrung dieses Volkes zu einem einzigen klanglichen Entschluss zusammenfasste: "Nie mehr Opfer sein, um keinen Preis."

Israels Nationalhymne beruht auf einem alten europäischen Volkslied und als es zur Staatsgründung kam, wählte sich der deutschstämmige Komponist diese Melodie als Grundlage für seine Neukomposition aus.

Viele Nationalhymnen verwenden eine tradierte Melodie als Ausgangspunkt und wer sich diesen, zur Hymne erhobenen, musikalischen Motiven zuwendet, kann Erstaunliches entdecken und findet auf eine unmittelbare Weise Zugang zur Seele eines Landes.

Egal ob man nationale Gefühle und ihre Symbole mag oder nicht, ob man sie für zeitgemäß oder überholt hält, an einer einfachen Tatsache kommt man nicht vorbei: Sie sind da.

Für die meisten Menschen gibt es diese schwer erklärbare Tiefenbeziehung zu ihrem Land und zu ihrem Volk. Sie fühlen sich als Schicksalsgemeinschaft und wenn sie "ihr" Lied hören, dann schlagen die Herzen höher, weil sie spüren, dass sie mit diesem Land und seinen Bürgern ein anderes Verhältnis haben als zu allen anderen Ländern und Bürgern.

Bürger eines bestimmten Landes zu sein, bedeutet auch immer in einem bestimmten historischen, geistigen und kulturellen Strom zu stehen - damit ist etwas verbunden, was über einen selber hinausgeht.

Das klingt in unserem fortschrittlichen Kontext seltsam - sofort sehen wir das "ICH" in Gefahr. Aber das wahre ICH ist nie in Gefahr - einfach weil nichts ausserhalb davon existiert.

In Gefahr ist das Ego. So ist ein patriotisches Bewusstsein, ein Fortschritt (der Fortschritt von ROT zu BLAU) gegenüber einem völlig egozentrischen Bewusstsein. Der nächste Schritt ist dann so etwas wie ein Kontinental-Patriotismus, dann vielleicht ein Erd-Patriotismus und dann immer weiter - bis man ein All-Patriotismus erlangt hat. Der All-Patriot schließt Gott mit ein. Wir sind in Gott. Gott ist in uns. Ich-Bin-Das-Ich-Bin.

Nationalhymnen sind keine chauvinistischen Relikte. Es sind die ersten Stufen der Bewusstseinserweiterung und wie alle Entwicklungsebenen drohen sie zu versteinern und zu hässlichen Krankheiten zu werden - dann muss einfach die nächste Ebene entfaltet werden.

Aber jeder Entwicklungsstufe wohnt auch eine Schönheit inne.

Wenn wir Luft holen und gemeinsam eine Melodie anstimmen, empfinde ich es immer wieder als einen rührenden und erstaunlichen Vorgang, wenn ich Menschen erlebe, die ernst und erhaben ihre Nationalhymne, ihr gemeinsames Lied singen. Es ist die Würdigung einer erreichten Ebene - nicht das Ende der Geschichte. Es ist die schönste Form des Patriotismus.

Alle Diskussionen darüber, ob es richtig ist, dass es diese Volksgefühle gibt, ob man sie haben, pflegen oder überwinden soll, erscheinen mir dann unsinnig.
Kann ein Gefühl "richtig" oder "zeitgemäß" sein? Ein Gefühl ist einfach ein Gefühl.

Man kann es fühlen und so damit umgehen, dass man niemandem schadet und es einen dahin trägt, wo man hin will - aber eines kann man nicht: Ein Gefühl wegdenken.
Ich kann zwar denken, dass etwas verkehrt sein soll an Patriotismus, aber ich kann es nicht fühlen und auch nicht leben. Es ist einfach eine würdevolle Ebenen meines Mensch-Sein. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Es ist ein Klischee und es ist trotzdem richtig: Musik ist eine Sprache, die jeder versteht. Nationalhymnen sind musikalische Selbstbeschreibungen und Türen zur Herzkammer eines Landes. Sie sind vollendete Schöpfung, weil sie in einem Atemzug eine archaische und magische Verbundenheit kunstvoll kultivieren, gleichzeitig zeigen sie der Welt in der universellsten und friedlichsten Sprache schlechthin, wer man ist und was einen ausmacht.

Nationalhymnen zeigen, wohin ein großes Gefühl gehen kann - nichts richtet sich destruktiv gegen andere, sondern schöpferisch wird die eigene Qualität zu einem gemeinsamen, immer wieder neu hervorzubringenden Kunstwerk gebildet.

Man vergewissert sich seines Ursprungs und offenbart sich mit seinen besonderen Qualitäten der Welt. Man schaut auf sein Erbe und entwickelt daraus Startkapital.

Aus dieser Ruhe und Selbstvergewisserung, kann man zur nächsten Stufe aufbrechen. Neue, ungeschriebene Melodien komponieren und mit immer mehr Menschen, in immer größeren Gemeinschaften singen.

Nationalhymnen sind Lieder für das WIR.

Israels Geburtstag ist eine schöne Gelegenheit ins Herz einer Nation zu hören.


Glückwunsch und Shalom ISRAEL - ich mag Dich!

Mensch und Funktionär - 3 Dialoge

Viele Anthroposophen sagen mir, man könne die Frage, was Anthroposophie sei, nicht mal eben so schnell beantworten. Ich sehe das ganz anders.

Ein Anthroposoph zeichnet sich gerade dadurch aus, dass er jedem Menschen zu jedem Zeitpunkt exakt die in diesem Moment einzig mögliche Antwort geben kann, was Anthroposophie sei.
Egal ob ihm die Frage bei Kerzenlicht und Tee oder bei Schwarzlicht und Wodka oder per SMS gestellt wird. (nein, das bedeutet NICHT, dass gleich mein Mobil bimmeln soll!).

Jeder dieser Menschen will seine Antwort, und in allen möglichen Gesprächen, die ich als „Berufsanthroposoph“ oder als „Funktionär der Anthroposophischen Gesellschaft“ führe,
kommt mir immer wieder die Erwartung entgegen, dass ich etwas zum Schicksal meines Gesprächspartners sagen könnte.

Gespräche über Anthroposophie sind niemals nur Gespräche über etwas, was in Büchern steht und vorbei ist. Es sind immer Gespräche, die den Kern eines konkreten Menschen berühren. Seine Ängste, seine Hoffnungen, seine Freuden und – seine Mission.

Ich denke, viele Menschen haben nur deshalb ein Problem mit dem Wort „Mission“, weil sie spüren, dass sie eine Mission haben, aber entweder nicht wissen, welche, oder Angst davor haben, dass ihr Leben einen missionarischen Charakter hat.

Dennoch haben sie in Gesprächen mit mir die unausgesprochene aber oft auch ausgesprochene Erwartung, dass ein Anthroposoph ihnen etwas über ihre Mission erzählen könnte.

By the way: Es ist nicht nur so, dass jeder Mensche eine Mission HAT – es ist so, dass jeder Mensch eine Mission IST. DU bist eine Mission. Was bedeutet das für Dich?

Ich kann diese Erwartung als unzeitgemäß oder unangemessen abtun, ich kann etwas zum Guru-Problem erzählen, kann sagen, dass jeder seine Antwort selbst finden müsse oder über das Problem der „Antwort-Kultur“ philosophieren...bla, bla, bla.

Das alles ist dann sehr aufgeklärt und problembewusst, man zeigt, dass man sich auskennt mit all den Bedenken rund um all diese Weltanschauungsfragen, aber eines ist diese Antwort nicht: Es ist nicht die Antwort auf die Frage, und eine Frage hat das natürliche Recht auf eine Antwort – zu jeder Zeit, an jedem Ort, für jeden Menschen.

Wenn also jemand von mir erwartet, dass ich etwas zu seinem Schicksal zu sagen hätte, wenn er seine intime Frage in eine allgemeine Frage kleidet, dann kann ich ausweichen oder darauf zugehen. Ich bevorzuge es, darauf zuzugehen. Dabei kann es zur Umarmung kommen - oder zum Zusammenprall. Manchmal ist es auch eine Achterbahnfahrt.

Die Postmoderne ist eine paradoxe Achterbahnfahrt.

Wir erwarten das Unmögliche. Zum Beispiel von einem Funktionär.
Ein Funktionär soll funktionieren. Wir geben ihm ein Amt und wenn ein Funktionär nicht funktioniert, dann jagen wir ihn aus dem Amt. Das ist ok.

Aber sobald ein Funktionär anfängt wie ein anständiger Funktionär zu funktionieren, verliert er das, was uns heute wichtiger ist als alles andere: Menschlichkeit.

So einen kühlen Funktionär, einen Apparatschik, also einen Mann oder eine Frau des Apparats, so einen wollen wir auch nicht.
Aber gerade das, was Menschlichkeit ausmacht, also Dinge wie Versagen, Parteilichkeit, Sympathien für diesen und Antipathien gegen einen anderen, Unlust, schlechte Laune und die Empfänglichkeit für Schmeicheleien, aber auch große Lust (ich meine so richtig große Lust), einseitige Begeisterung oder missionarischer Eifer, also alle diese Eigenschaften, die zutiefst menschlich sind, die soll der Funktionär bitte nicht haben.

Am Schluss dieser paradoxen Achterbahnfahrt soll der Funktionär dann natürlich noch authentisch sein...Wir hätten also gerne einen paradoxen Funktionär - aber bitte so einen, der alle Paradoxien zu einer leuchtenden integralen Einheit transformiert. Wir hätten also gerne einen geistigen Führer. Hilfe, nein! Das nun auch bitte auch wieder nicht! Oder?

Sie sehen: Wir erwarten das Unmögliche. Wenn dieser unmögliche Funktionär dann noch an der Spitze der so genannten "modernsten Gesellschaft der Welt" (Steiner) steht, dann findet diese paradoxe Achterbahnfahrt der Postmoderne mit Lichtgeschwindigkeit statt - in der Schwerelosigkeit.

Die "Firma für Anthroposophie" möchte drei führende Funktionäre der Anthroposophischen Gesellschaft ein paar unmögliche Fragen stellen und ist mit Ihnen auf mögliche Antworten gespannt.

"Zwischen Person und Funktion - Aus Liebe zur Anthroposophischen Gesellschaft", so haben wir unsere Gesprächsabende in Bochum genannt.

Wir freuen uns auf Paul Mackay, vom Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft am Goetheanum,

Wir freuen uns auf Hartwig Schiller, den Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland.

Wir freuen uns auf Michael Schmock, den Leiter des Arbeitszentrums Nordrhein-Westfalen und Vorstandsmitglied der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland.


Wie erleben unsere Gäste ganz persönlich diese Achterbahnfahrt und wohin geht die Reise der unmöglichen Funktionäre? Wie menschlich sind unsere Funktionäre?



- ANTHROPOSOHISCHE GESELLSCHAFT IM DIALOG: PAUL MACKAY
Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft am Goetheanum.
Im Gespräch mit Jelle van der Meulen.

Donnerstag, 8. Mai 08, Kulturhaus Oskar, Oskar Hoffmann-Straße 25, Bochum, 20 Uhr, Eintritt 7 Euro



- ANTHROPOSOHISCHE GESELLSCHAFT IM DIALOG: HARTWIG SCHILLER
Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland.
Im Gespräch mit Anna-Katharina Dehmelt und Sebastian Gronbach

Freitag, 16. Mai 08, Kulturhaus Oskar, Oskar Hoffmann-Straße 25, Bochum, 20 Uhr, Eintritt 7 Euro



- ANTHROPOSOHISCHE GESELLSCHAFT IM DIALOG: MICHAEL SCHMOCK
Leiter des Arbeitszentrums Nordrhein-Westfalen und Vorstandsmitglied der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland.

Freitag, 6. Juni 08, Kulturhaus Oskar, Oskar Hoffmann-Straße 25, Bochum, 20 Uhr, Eintritt 7 Euro


IHRE FRAGEN AN HERRN SCHILLER, BITTE:

Sie können nicht nach Bochum kommen, haben aber eine Frage, oder Anmerkung?

Zumindest dann, wenn ich, gemeinsam mit Anna-Katharina Dehmelt, den Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft Hartwig Schiller zum Gespräch bitte, könnte ich IHRE Fragen stellen.

Haben SIE eine Frage an HERRN SCHILLER, die ich mitnehmen darf?

Stellen Sie einfach Ihre Frage, nennen Sie Ihren Namen (im Kommentarfeld) und ich nehme sie mit und werde Ihnen dann die Antworten zurückbringen. Deal?