Freitag, 29. Februar 2008

Abenteuer Anthroposophie - Rudolf Steiner als Film

(Sünner) Viele kennen die "Waldorfschulen", aber nur wenige wissen etwas über das Leben und Werk von Rudolf Steiner (1861-1925), der sie 1919 gegründet hat. Wie sah das Denken dieses Mannes aus, der in den letzten hundert Jahren maßgebliche Impulse setzte für Pädagogik, Landwirtschaft, Medizin, Wirtschaft, Naturwissenschaft, Architektur und Kunst? Was ist Anthroposophie und wie wirkt sie heute in die Welt hinaus?

Der Film besucht wichtige Stationen aus Steiners Biografie (Niederösterreich, Wien, Weimar und das Goetheanum in Dornach), Waldorfschulen in Deutschland und Afrika sowie die anthroposophisch orientierte Sekem-Farm in Ägypten. Anhänger und Kritiker von Rudolf Steiner kommen zu Wort. Ein ausführliches Porträt des vielseitigsten und vielleicht umstrittensten spirituellen Denkers des 20. Jahrhunderts.


Einen richtigen Film über Rudolf Steiner und die Anthroposophie gab es bisher nicht. Deshalb scheint es ein Glücksfall für die anthroposophische Szene, dass der unabhängige Berliner Filmemacher Rüdiger Sünner, der bereits mit Filmen über Paul Klee, Dag Hammarskjöld und die deutsche Romantik hervorgetreten ist, sich nun der Anthroposophie angenommen hat.

Zeigt Sünner dabei einerseits eine Affinität zu kulturell anspruchsvollen Themen, so bewahrt er als professioneller Filmemacher doch andererseits eine gesunde Distanz zu seinem Stoff um dem Verdacht zu entgehen, hier einen reinen Werbefilm produziert und kritische Aspekte „ausgeblendet“ zu haben – zumal Sünner als Experte zum Thema Missbrauch von Esoterik im Nationalsozialismus eine anerkannte Autorität darstellt.

Begann der Film in der Idylle eines geschichtlich fernen Österreichs, nimmt er im letzten Drittel die Weite der Gegenwart in den Focus: ausführlich folgt die Kamera dem bunten Leben einer Waldorfschule in Namibia und besucht die inzwischen weithin bekannte Sekem-Oase in Ägypten.

Mit eindrucksvollen Bildern aus dem nicht-europäischem Kulturkreis dokumentiert der Film so, wie die Impulse Rudolf Steiners heute alle Grenzen überwinden. „Abenteuer Anthroposophie“ ist ein Film, der auf ästhetisch anspruchsvolle Weise die nicht leicht zu popularisierende Welt Rudolf Steiners und seiner Wirkungen aufschließt und auf beste Weise einen Einstieg in konstruktive Gespräche bietet. (Jens Heisterkamp)

Am 02.03.2008 um 11:00 Uhr fand im Kino 1 in den Hackeschen Höfen, Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin (Mitte) die Filmpremiere mit dem Filmemacher statt. Hier ein Bericht!

Weitere Termine:

- 18.03.2008, 18:00 Uhr, Goetheanum / Englischer Saal, Rüttiweg 45, 4143 Dornach (Schweiz)

- 18.04.2008, 18:00 Uhr, Rudolf-Steiner-Haus, Hügelstr. 67, 60433 Frankfurt am Main. Eine Veranstaltung der Anthroposophischen Gesellschaft Frankfurt und der Zeitschrift info3 mit anschließender Podiumsdiskussion.

Die DVD ist im info3-shop erhältlich:

3 Kommentare:

Kazahn hat gesagt…
Dieser Post wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Anonym hat gesagt…

Kommentar gelöscht

Dieser Post wurde vom Blog-Administrator entfernt.

Christoph hat gesagt…

Nun ja, mit der Unabhängigkeit ist es so eine Sache. Finanziell bestand sie beim vorligenden Film nicht. ;-)

Siehe meine Kritik: Halbes Abenteuer